Zweiundzwanzigste Pressemitteilung seitens der streikenden Iraner in Würzburg, Bayern

Heute, am 31.05.2012, sind 75 Tage Protest auf der Strasse vergangen, in denen wir zehn Iraner für die Anerkennung unserer Rechte als politische Flüchtlinge in Deutschland gekämpft haben. Trotz 26 Tagen Hungerstreik haben bis jetzt nur sechs von uns ihre Anerkennung erhalten. Vier warten jedoch noch immer darauf, als politische Flüchtlinge anerkannt zu werden. Außerdem gab es keinerlei Reaktion auf unsere allgemeinen Forderungen, die sich gegen die derzeitige Asypolitik richten. Um unserem Anliegen Nachdruck zu verleihen, haben wir einen offenen Brief an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geschrieben. In diesem fordern wir die Rücknahme und Neubearbeitung der momentan dem Verwaltungsgericht vorliegenden Anträge. Wenn wir bis zum 04.06.2012 keine positive Antwort von den zuständigen Behörden erhalten, werden wir unseren friedlichen Kampf weiterhin mit vollem Bewusstsein und Respekt vor der Bevölkerung, allerdings mit neuen Strategien und neuer Härte bis zum Ende fortsetzen.

Unsere allgemeinen Forderungen lauten weiterhin:

    1. Die Abschaffung des Systems der Gemeinschaftsunterkünfte und die dezentrale Unterbringungen in Privatwohnungen (neben humanen Aspekten verweisen wir auf die Berechtigungen des bayrischen Flüchtlingsrates, dass die dezentrale Unterbring ist).

    2. Die Abschaffung der Residenzpflicht.

    3. Die Abschaffung des Praxis der Zuteilung von Essenspaketen.

    4. Die Einführung eines Anspruchs für jeden Asylbewerber auf einen Anwalt und eine zertifizierten Dolmetscher, die ihn von Beginn an in allen Stadien des Asylverfahrens unterstützen.

    5. Die drastische Verkürzung der Dauer des Antragsbearbeitung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

    6. Die Einführungs eines Anspruchs für alle Asylbewerber ab dem ersten Tag auf professionenelle Deutschkurse.

    7. Die Möglichkeit, den eigenen Lebensunterhalt durch Arbeit zu sichern.

    8. Die Vereinfachung und Verkürzung des Verfahrens um eine Studienerlaubnis zu erhalten.

    9. Die Gewährung der freien Arztwahl.

    10. Die Möglichkeit der Familienzusammenführung (sowohl aus dem Ausland als auch im Inland).

Unsere früheren Pressemitteilungen kann man am Dominikanerplatz lesen oder auf unserer Facebook- oder Blogseite unter http://www.facebook.com/GUStreik oder unter http://gustreik.blogsport.eu/ einsehen.
Kontaktperson: Masoud Hosinzadeh Tel: 0176 77009092 Shahnaz Morattab Tel: 01577 4650186

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