Vierundzwanzigste Pressemitteilung der hungerstreikenden iranischen Flüchtlinge in Würzburg(Bayern)

 

 

Wir sind die Stimme aller Asylbewerber, die ihr Recht einfordern. Wir haben laut geschrieen, aber niemand hat uns gehört. Jetzt haben wir unsere Lippen zugenäht, weil alles gesagt wurde.

 


Nach 80 Tagen Widerstand gegen die Asylpolitik und die unmenschliche Situation von Asylbewerbern in Deutschland haben zwei von uns, Mohammad Hassanzadeh Kalali und Arash Dousthossein, mit zugenähten Lippen den Hungerstreik wieder aufgenommen und sind damit in die nächste Phase unseres Protests getreten. Aufgrund des bedeutungsvollen Schweigens der Verantwortlichen, sind heute, am 06.06.2012, Tag 3 nach Beginn dieser Aktion, die iranischen Flüchtlinge Reza Feizi aus Aub, trotz einer Nierenerkrankung und nur einer einzigen Niere, und Payam Rahoo aus Schweinfurt, ebenfalls mit zugenähten Lippen in den Hungerstreik getreten und haben sich unserem Protest angeschlossen.

Die deutsche Regierung muss wissen, dass sie mit Schweigen und Passivität unseren Protest nicht stoppen kann. Sollte sie nicht sofort auf das Einfordern unserer Rechte positive Reaktionen zeigen und gegen die unmenschlichen Asylgesetze aktiv werden, wird sie mitansehen muessen, dass sich regelmäßig andere Asylbewerber mit zugenähten Lippen der Aktion anschliessen werden.

Aufgrund der Zunahme der Streikenden im Zelt haben wir von der Stadt die Genehmigung für mehr Betten und Decken gefordert. Dies wurde jedoch abgelehnt.

 

 

 

Unsere früheren Pressemitteilungen kann man am Dominikanerplatz lesen oder auf unserer Facebook oder Blogseite unter http://www.facebook.com/GUStreik, http://gustreik.blogsport.eu einsehen

 

Kontaktpersonen:

Soheil Hatamikia 0152/08374338; 0176/71080087

Armin Jahanizadeh 0176/69355356

 

 

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2 Kommentare »

 
  • Gustav sagt:

    Welches Recht fordert ihr ein?
    was Recht ist bestimmt der Gesetzgeber u.nicht Ihr.
    Ihr seid über ein Land ,in dem Ihr nicht verfolgt wurdet vermutlich der Türkei zu uns gekommen warum habt ihr nicht dort Asyl“GEFORDERT“?
    Ihr fordert,das macht Euch hier recht unbeliebt,probierts mal mit Bitten.
    Wieviel habt Ir Eurem Schlepper gezahlt?

  • Michael Kertai sagt:

    Wir Deutschen leben in Wohlstand, weil anderswo Krieg ist. Weil Diktatoren und andere Machthaber mit Waffen und anderem Kriegsgerät von EADS, DIEHL, Kraus-Maffei uvm. Menschen in die Flucht treiben, ist der Freistaat Bayern glücklich über seine Gewerbesteuereinnahmen und hat fast Vollbeschäftigung.
    Weil es uns nicht gelingt, Sadisten (wie Gaddafi) lange genug an der Macht zu halten, schaffen es doch ein paar wenige aus Afrika und Asien bis nach Bayern. Das „outsourcen“des Krieges ist uns nicht ganz gelungen. Wir müssen mit den etwa 10000 Asylbewerbern (anerkannt werden nur 0,7%!!!*) pro Jahr (das sind weniger als Zuschauer bei einem Dritte Liga Spiel) auskommen…
    …und wir behandeln sie wie Mörder und Gewalttäter. Nach all dem Leid, das wir in ihre Länder exportiert haben!

    So hat sich das Abendland vor 1000 Jahren schon benommen und wie es scheint, mag es daran auch nichts ändern.

    Als 1993 die CSU und CDU auf Angriffe von Neonazis auf Asylbewerber nicht etwa mit deren härterer Verfolgung (siehe auch aktuell Ermittlungen NSU) reagiert hat, sondern mit der Verschärfung des Asylrechts, habe ich mir geschworen, niemals eine diese Parteien zu wählen, denn sie würden im Zweifel stets für Wählerstimmen Flüchtlinge zu Sündenböcken machen.
    Euer Protest zeigt, dass sich daran nichts geändert hat.

    Haltet durch und lasst euch nicht klein kriegen! Es gibt in diesem Land viele, die euch gerne als Nachbarn, Mieter oder Kollegen hätten. Viel lieber als diejenigen, die Euch vertreiben wollen!

    *Quelle: Bay. Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen

 

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