Solidaritätserklärung von Occupy Hamburg

Der Druck der Öffentlichkeit hat einen ersten Erfolg gezeigt. Die Flüchtlinge, die mit Unterstützung von Occupy Würzburg auf dem Rathausmarkt campierten und öffentlich in einen unbefristeten Hungerstreik traten, haben nach 18 Tagen ihren Streik unterbrochen, da sie die Zusage des Sozialministeriums bekamen, dass ihre Anträge noch mal neu geprüft würden.

Diese voraussichtlich positive Entscheidung über die Einzelschicksale der verzweifelten Demonstranten wird hauptsächlich durch die mediale Aufmerksamkeit erfolgen und darf nicht hinwegtäuschen über die insgesamt oftmals menschenunwürdige Behandlung von Menschen, die in Deutschland Zuflucht vor Diktaturen, extremer Armut, Krieg und Perspektivlosigkeit suchen.

Die iranischen Demonstranten, die Deutschland mit ihrem Hilfeschrei und ihrer Entschlossenheit, lieber zu verhungern als weiter den menschenverachtenden Repressalien ausgesetzt zu sein, aufgerüttelt haben, mögen dem Tode entronnen zu sein.
Dennoch müssen weiterhin tausende Menschen jahrelang in Internierungslagern leben, dürfen nicht arbeiten, nicht lernen, nicht ausreichend essen, das Lager nur mit Genehmigung verlassen und sich oftmals nicht mit ihren Angehörigen treffen . Ihnen werden die grundlegendsten Menschenrechte verweigert, weil sie keine EU-Bürger sind. Für unseren Staat sind sie offensichtlich Menschen zweiter Klasse.
Occupy Hamburg ruft zu einer menschenwürdigen Flüchtlingspolitik auf.
Menschen, die hier Zuflucht suchen, sind genauso viel “wert” wie Deutsche und EU-Bürger.
Menschen, die uns um Hilfe bitten, dürfen nicht wie Verbrecher behandelt werden!
Viele von ihnen sind hier, weil der Reichtum der Industrieländer, die Zerstörung der Umwelt für Profit und die Kriege, die ein System stabilisieren, welches den Reichen der Welt nützt, ihre Länder zerstört haben und das Leben dort nicht mehr lebenswert ist.
Wer voller Hoffnung nach Deutschland kommt, sollte von uns mit offenen Armen begrüßt und integriert und so behandelt werden, wie auch wir es uns in anderen Ländern wünschen. Das ist die EU nicht nur den früheren ausgebeuteten Kolonien schuldig.
Auch Occupy Hamburg erklärt sich mit den iranischen Flüchtlingen in Würzburg und mit allen anderen Flüchtlingen solidarisch und wird beim Freien Kunsttag am 14.4.2012 am Gerhart-Hauptmann-Platz dazu Stellung beziehen.

 

Vielen Dank!

 

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