Cosmoproletarian Solidarity: Solidarität mit den kämpfenden Flüchtlingen in Würzburg

Der Dialog mit der Islamischen Republik Iran, den die Freunde eines deutschen Friedens so vehement einfordern, verrät sich auch an den Geflüchteten aus der khomeinistischen Despotie als äußerst brutal (1). Roya Mosayebi ist eine von den Geflüchteten, die die Konsequenzen des Dialoges zu spüren bekam. Sie floh mit ihren beiden Söhnen im Mai 1997 vor dem Tugendterrorismus aus dem Iran. Doch für den deutschen Apparat ist das erpresste Schweigen der Frauen unter dem Hijab eine kulturelle Bürde, die auch Roya Mosayebi demütig auf sich hätte nehmen müssen. Ihr Asylgesuch wurde abgeschmettert, der deutsche Apparat ordnete alsdann ihre Abschiebung an. Hierfür wurde Roya Mosayebi aufgefordert, islamisch korrekte Fotografien von sich abzugeben. Denn bei solchen, die mit weiblichem Haar zu provozieren wagen, weigern sich die Beamten der Islamischen Republik, die für die Abschiebung in den Iran gefragten Papiere auszuhändigen. Roya Mosayebi empörte sich: Sie werde sich nie wieder dem Hijabzwang fügen. Und so lag es an deutschen Polizeibeamten, die Gewalt der khomeinistischen Despotie auszuführen. Sie brachen bei Roya Mosayebi ein und zwangen sie unter physischer Gewalt, ihr Haar zu verhüllen. Dabei erlitt sie schwere Blutergüsse. Roya Mosayebi, die später anderswo Asyl fand, ist nur eine von vielen. Nosrat Soltani, die wie Roya Mosayebi dem Zwangsapparat eines bayrischen Bezirkes unterlag, scheiterte mit einer Verfassungsbeschwerde. Die Zwangsanordnungen seien rechtsmäßig, so die deutsche Justiz. Gelegentlich – und damit ist die Humanität der Deutschen bereits ausgereizt – wird die Praxis der Zwangshijabisierung dadurch abgeschwächt, dass digitale Fotografien, auf denen Frauen mit unverhülltem Haar zu sehen sind, mit Grafiksoftware manipuliert werden (2).

Im Moment ruhen Abschiebungen unter Zwangsgewalt in den Iran. Doch der deutsche Apparat zur Aussiebung des überflüssigen Lebens tut nahezu alles, damit die Asylsuchenden sich von selbst verflüchtigen. Er kaserniert sie, damit sie in der erdrückenden Enge resignieren. Er rationiert ihr tägliches Brot, damit es sich ihnen einbrennt, dass Subjektivität nach den Kriterien bürgerlicher Selbsterhaltung ohne völkische Komponente keine Gewähr hat.

Nach dem Suizid eines Insassen jener Baracken in der Würzburger Veitshöchheimer Straße, in denen hunderte Menschen kaserniert sind, haben sich mehrere aus dem Iran geflüchtete Regimekritiker gegen den stillen Tod erhoben (3). Näheres zu ihrem Kampf findet sich hier und hier.

(1) Ohne Zweifel denken die antiimperialistischen Freunde des deutschen Friedens seltener an einen solchen Dialog. Doch an welche anderen Formen des Dialoges könnte die khomeinistische Despotie ein ernstes Interesse haben: an Verständigungen mit internationalen Shoah-Leugnern über den „Mythos Holocaust“, an Know-how-Transfers in Sachen Repressionstechnologien, und so weiter.

(2) Der letzte Fall einer solchen Zwangshijabisierung durch den deutschen Apparat, den ich im World Wide Web fand, ist aus dem Jahr 2004 (was nicht heißen muss, dass es danach keine mehr gab). Siehe hier und hier.

(3) Zwei Kritiken des karitativen Milieus, das hilft, den stillen Tod zu verwalten, sind bei Interesse hier einzulesen.

 

http://cosmoproletarian-solidarity.blogspot.de/2012/04/solidaritat-mit-den-kampfenden.html

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