34. Pressemitteilung seitens der hungerstreikenden iranischen Flüchtlinge in Würzburg

Wir haben heute Nachricht vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erhalten, dass die Fälle von vier Flüchtlingen, die sich mit zugenähten Lippen im Hungerstreik befinden, bearbeitet worden sind.
Die vier Personen haben das gewürdigt und ihre zugenähten Lippen wieder geöffnet. Wir senden damit ein Zeichen an alle, die uns für unsere Aktion kritisiert haben und fordern alle unsere Kritiker auf, nun endlich mit uns in den Dialog über eine Verbesserung des Asylrechts zugunsten der Flüchtlinge einzutreten.

Aber noch immer warten drei von uns auf eine Entscheidung. Soheil Hatamikia, Arash Dosthossein und Armin Jahazinadeh haben noch immer keine Nachricht, wann sie einen Gerichtstermin und damit eine Entscheidung über ihr Leben haben können.
Auch Mohammed Hassanzadeh Kalali wartet auf einen Gerichtstermin. Auch er hat seine Lippen wieder geöffnet und wird seinen Hungerstreik, der nunmehr 32 Tage anhält, fortsetzen. Er tut dies, um auch weiterhin ein Zeichen dafür zu setzen, dass sein Fall zügig vor Gericht entschieden wird. Zudem besteht die Gefahr, dass er seine Freunde in Würzburg verlassen muss, denn das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes vom vergangenen Mittwoch verbietet es, dass sich Flüchtlinge, die nicht in Würzburg residenzpflichtig sind, am Protestzelt aufhalten. Wir können die Residenzpflicht auf keinen Fall akzeptieren, weil sie gegen das Grundrecht jedes Menschen auf Bewegungsfreiheit verstößt. Herr Hassanzadeh Kalali wird in Würzburg bleiben und sich weiterhin für die Abschaffung der Residenzpflicht in ganz Deutschland einsetzen. Unser Weggefährte Mohammed Hassanzadeh Kalali wartet nun schon so lange auf eine Antwort der Behörden. Wir haben gemeinsam hier nun 110 Tage und Nächte protestiert und stehen solidarisch zusammen. Mit der Öffnung unserer Lippen ist Herr Hasanzadeh Kalali den Behörden einen Schritt entgegengekommen. Wir erwarten nun auch, dass man sich einen Schritt auf uns zubewegt und rasch handelt.
Wir fordern das Auswärtige Amt auf, so schnell wie möglich eine Stellungnahme an das Verwaltungsgericht Regensburg abzugeben, damit danach – wie versprochen – ein Gerichtstermin stattfinden kann. Wir sind in großer Sorge um Herr Mohammed Hassanzadeh Kalalis Gesundheit, der inzwischen 13 kg an Gewicht verloren hat. Wir hoffen sehr, dass die Mühlen der deutschen Bürokratie in diesem Fall schnell mahlen.

Unsere Aktion, die am Vierröhrenbrunnen ihren Anfang nahm, hat viel erreicht. Die Menschen reden über die unmenschliche Asylpolitik in Deutschland und den Vollzug durch die bayerischen Behörden. Dies zeigen 1200 Unterschriften unter unsere Onlinepetition für den deutschen Bundestag und mittlerweile mehr als 1300 Unterschriften für unsere Petition an den bayerischen Landtag. Die in Würzburg lebenden Menschen konnten uns während unseres gesamten Protestes näher kennenlernen. Die den Flüchtlingen aufgezwungene Isolation durch die bayrische Landesregierung haben wir durchbrochen. Aus den Gemeinschaftsunterkünften sind wir auf die Straße gekommen und haben für uns und für alle anderen Flüchtlinge gesprochen.

Mittlerweile haben sich noch mehr Flüchtlinge unserem Protest angeschlossen. Wir bekunden hiermit unsere Solidarität mit den Flüchtlingen in Aub und Bamberg.
Wir grüßen die Flüchtlinge in Leipzig und bedanken uns für die Demonstration am vergangenen Dienstag. Wir senden unsere solidarischen Grüße nach Leipzig.
Wir rufen auf zur Teilnahme an der Demonstration am Freitag um 16 Uhr in Regensburg und bedanken uns hiermit für die Organisierung der Demonstration bei der Anita F.
Wir bedanken uns gleichzeitig für die von der ROJA in Nürnberg organisierte Aktion am 14. Juli 2012.

Unsere früheren Pressemitteilungen können am Unteren Markt gelesen werden oder auf unserer Facebook oder Blogseite unter /www.facebook.com/GUStreik; http://gustreik.blogsport.eu/
Twitter: https://twitter.com/Hungerstreik

Kontaktperson: Baset Soleimani 0175/77247619; 0176/71080087
Spendenkonto: Karawane Nürnberg Kto: 3501817 BLZ:52060410 Evangelische
Kreditgenossenschaft e.V. Verwendungszweck „ Würzburg“

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